Schwicheldt, seit dem 1. März 1974 ein Stadtteil von Peine, führt
in Gold,aus einem sechsspeichigen roten Rad wachsend,eine
rote Blume mit zwei geschwungenen Blättern, einer Kelchblüte und zwei
Rosenblüten mit goldenen Butzen. Was sich in der Beschreibung einigermaßen
umständlich liest, sind in der sichtbaren Wirklichkeit zwei uralte Symbole, die
sich in der bäuerlichen Volkskunst bis heute lebendig erhalten haben. Bei
dem Rad handelt es sich um ein Sinnbild des Lebens, um ein Jahresrad zu sechs
Doppelmonaten, das wiederum mit dem Bild der Sonne, die ja den Jahresablaut
bestimmt, in engster Verbindung steht. Die sonderbare Blume mit verschiedenen Blüten
ist eine der vielfältigen Ausformungen eines weltanschaulichen Symbols, das
nicht nur bei den Germanen, sondern bei vielen anderen, auch außereuropäischen
Völkern seit alther bekannt ist: eine Lebensblume beziehungsweise ein
Lebensbaum. In diesem Zusammenhang ist an die zentrale Rolle des Baumes als
Symbol der Welt in der germanischen Mythologie zu erinnern. Dieses Symbol hat
sich sowohl gegenständlich, im Weihnachtsbaurn oder Maibaum, bis in die
Gegenwart lebendig erhalten, als auch in abstrahierten grafischen Formen, von
denen die Schwicheldler Lebensblume eine ist, die berühmte französische
„Lilie“, wie alle heraldischen Lilien, wahrscheinlich eine andere. An
Schwicheldter Bauernhäusern sind Jahresrad und Lebensblume besonders häufig;
die Wappenfigur lehnt sich in ihrer Gestaltung an das Schnitzwerk am Türholm
des Hauses Nr. 27 aus dem Jahr 1856 an. Das Wappen, das zur Erinnerung an die
jahrhundertelange territoriale Zugehörigkeit in den
fürstbischöflich-hildesheimischen
Farben Rot-Gold gehalten ist, wurde 1951 vom Gemeinderat beschlossen und am 19.
Januar 1952 vom hildesheimischen Regierungspräsident genehmigt.*
*aus dem "Braunschweigischen Wappenbuch"
